Dienstag, 14. oktober 2008 2 14 /10 /2008 11:57


ANANAS EXPRESS
pineapple express
Komödie, USA, 2008
Cast: Seth Rogen, James Franco, Bill Hader, Rosie Perez, Gary Cole, Amber Heard u.a.
Regie: David Gordon Green

Dale, ein unverbesserlicher Kindskopf mit erheblich jüngerer High School Freundin und Hang zur Kifferei, beobachtet zufällig einen Mord unter Drogenbossen. Dummerweise wird er dabei selbst von diesen gesehen und muss fortan um sein Leben fürchten. In Panik sucht er Rat bei seinem einzigen Freund und Dealer Saul, der ihn auf seiner nun folgenden Flucht vor dem mörderischen Drogenboss, korrupten Polizisten und der chinesischen Drogenmafia mit jeder Menge "Ananas Express" im Gepäck, einem neuen Supergras, begleitet.

Herrje, was für ein Unsinn! :))) "Ananas Express" bietet wahrlich ein Feuerwerk an absurden Ereignissen und Handlungssträngen. Immer wenn man denkt "das ist nun wirklich an Blödheit nicht mehr zu topppen", kommt es noch dicker.
Seth Rogen - der mir im Gegensatz zu vielen anderen hier nicht wirklich bekannt vorkam (obwohl ich ihn nach Durchsicht seiner Filmographie in etlichen Filmen gesehen haben MUSS) - spielt den ewigen Loser Dale wirklich gut. Noch besser gefallen hat mir dennoch James Franco (der hier übrigens eine unglaubliche Ähnlichkeit mit Johnny Depp hat). Sein Charakter Saul ist so dermaßen bekloppt und Franco spielt ihn so überzeugend, dass man tatsächlich vergessen kann, dass er sonst auf ganz andere Rollen abonniert ist. Ich hatte das Gefühl, dass er sich gefreut hat wie ein kleines Kind, sich auf der Leinwand endlich mal so richtig schön daneben benehmen zu können und einen total schrägen Charakter zu spielen. Und er macht das auch noch richtig gut. Dafür Daumen hoch!
Während also der recht gute Cast von einer Absurdität in die nächste strumpelt, gibt es in "Ananas Express" allerlei mehr oder minder lustige Dialoge, hoffentlich witzig gemeinte zeitlich angestaubte Blenden und dermaßen plumpe und absurde Anspielungen auf Filme aller Couleur, dass es eigentlich schon wieder witzig ist.

Es gibt aber auch durchaus zu bemängeln. Die Handlung um Dale's jugendliche Freundin wurde wohl nur eingebaut, um eine hübsche Frau dabei zu haben und genauso wirkt es dann auch: überflüssigerweise nachträglich reingeschrieben und am Ende gar ohne Abschluss oder Auflösung. Hätte man diese etwa 20 Minuten Spielzeit um das Pärchen einfach weggelassen, hätte das dem Film mehr genützt als geschadet, denn er wäre so auf eine erträglich Länge gekommen und hätte nicht genervt. Denn das passiert leider nach einer Weile in "Ananas Express": es wird irgendwann dann doch mal zu viel ,zu doof und abstrus und schlicht zu lang(-atmig). Weniger ist manchmal mehr, das bewahrheitet sich hier mal wieder.
Und über das eigenartige Ende in dem Diner decken wir mal einfach das Mäntelchen des Schweigens... das war wohl nix

Kifferkomödien haben aber grundsätzlich ein ganz anderes "Problem": man muss in der Stimmung für solch einen Film sein, denn Sinn hat so etwas meist nicht, soll es auch gar nicht haben, sondern schlicht unterhalten und das Publikum durch möglichst absurde Handlung zum Lachen bringen.
Mein Problem war, dass ich an dem Tag ziemlich miese Laune hatte und irgendwie so gar keinen Bock hatte, mich auf so einen Unfug einzulassen und war entsprechend mehr damit beschäftigt, auf die Uhr zu schauen und das Ende herbei zu wünschen als über den Quatsch zu lachen. ABER: schlecht ist "Ananas Express" dann auch wieder nicht! Ich habe trotz allem durchaus erkannt, dass ich ihn an einem anderen Tag mit ein, zwei Bier und ein paar Freunden in guter Stimmung zum Schreien komisch gefunden hätte und darum kriegt der "Ananas Express" von mir trotzdem noch eine 3-
von Dr. Mambo
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